Erzieherausbildung wird verkürzt

Der bayerische Landtag hat die Verkürzung der Erzieherausbildung zum nächsten Studienjahr 2021/22 beschlossen. Das bedeutet das Ende des bisherigen Sozialpädagogischen Seminars (SPS).

Und so sieht die neue Regelung aus:

  • Bewerber mit mittlerem Abschluss absolvieren künftig ein „Sozialpädagogisches Einführungsjahr“ (SEJ). Dieses umfasst je zur Hälfte eine theoretische Ausbildung an der Fachakademie und eine praktische Ausbildung in einer sozialpädagogischen Einrichtung. Theorie und Praxis werden eng dabei verzahnt. Im Vergleich zur bisherigen Ausbildung (SPS) wird dabei allerdings die Praxis deutlich verkürzt.
  • Nach erfolgreichem Besuch des SEJ beginnen die Absolventen die dreijährige Erzieherausbildung.
  • Wer das SEJ nicht erfolgreich absolviert hat, kann entweder in die 11. Klasse der Berufsfachschule für Kinderpflege wechseln oder das SEJ noch einmal wiederholen.
  • Eine Kinderpflegerprüfung findet künftig an der Fachakademie nicht mehr statt. Diese kann freiwillig extern an einer Berufsfachschule für Kinderpflege abgelegt werden.
  • Bewerber mit Abitur oder abgeschlossener beruflicher Erstausbildung steigen künftig direkt in die Erzieherausbildung im Unterkurs ein. Sie absolvieren die Erzieherausbildung in drei Jahren.
  • In der Regel müssen sie zuvor ein sechswöchiges Vorpraktikum in einer sozialpädagogischen Einrichtung nachweisen.

Was bedeutet das konkret?

  • Alle Bewerber für das Studienjahr 2021/22 beginnen die Ausbildung nach der neuen Regelung.
  • Erzieherpraktikanten, die aktuell das SPS I besuchen, werden vermutlich im nächsten Studienjahr im SPS II die Ausbildung nach der bisherigen Ordnung mit der Kinderpflegerprüfung abschließen können.
  • Abiturienten haben künftig die Wahl zwischen einer dreijährigen konsekutiven Ausbildung (Unterkurs, Oberkurs, Berufspraktikum) und der integrativen Ausbildung im Modell OptiPrax (ab Studienjahr 2022/2023).
  • Praxisstellen klären mit ihrem Träger ab, ob sie auch nach der neuen Ausbildungsform weiter Praktikanten aufnehmen können.
  • Sie passen den Einsatz und die Anleitung entsprechend an die neue Situation an.
  • Weitere Details werden derzeit durch das Kultusministerium erst noch geklärt. Die entsprechenden Informationen liegen uns vermutlich erst Anfang 2021 vor. Trotzdem wollen wir bereits jetzt Bewerber und Praxisstellen soweit möglich informieren.  Sobald genauere Informationen vorliegen und Corona uns lässt, werden wir zu Informationsveranstaltungen einladen, auf denen dann die neue Ausbildung detailliert vorgestellt wird.