Leitbild
Leitbild zum Umgang mit sexueller Gewalt
Jeder Mensch ist nach Gottes Ebenbild geschaffen. Dies verleiht uns Menschen Würde – unabhängig von Alter, Geschlecht, sexueller Identität, Behinderung oder ethnischer Herkunft. In unserer Fachakademie wollen wir diese Würde achten. Wir übernehmen Verantwortung für den Schutz der uns anvertrauten Personen vor grenzüberschreitendem Verhalten und Übergriffen, vor physischer, psychischer und sexualisierter Gewalt. Gewalt hat keinen Raum in unserer Fachakademie.
Wir wollen Menschen, ganz besonders unseren Studierenden, sichere Räume bieten, in denen sie Gottes Segen erfahren können. Wir wollen einen sicheren Rahmen schaffen, in dem Nähe, Gemeinschaft und geteilter Glaube erlebt werden können.
Wir wissen dabei um die Möglichkeit, dass da, wo Menschen einander begegnen, auch das Risiko für Verletzungen und Fehler besteht. Diese werden, wenn sie geschehen, nicht verschwiegen. Wo es zu Grenzüberschreitungen oder gar Übergriffen kommt, unterstützen wir aktiv den Umgang mit Beschwerden und Fehlern. Dabei orientieren wir uns an einer Kultur der Achtsamkeit.
In unserem Verhaltenskodex, den alle hauptberuflichen, neben- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden unterschreiben, wird deutlich, wie dieses Leitbild in unserer täglichen Arbeit konkret wird.
Ansprechpersonen:
Petra Stein
Präventionsbeauftragte der Fachakademie
stein@fachakademie-schweinfurt.de
Maren Schubert
Ansprechperson der Fachstelle für sexualisierte Gewalt der ELKB
9.5 Thesen der FakS
Im Rahmen unserer Thementage im Studienjahr 2017/18 haben wir Studierenden – in Anlehnung an Martin Luthers 95 Thesen – 9.5 Thesen für unsere Fachakademie erarbeitet. Das 500-jährige Jubiläum der Reformation bot einen guten Anlass, um einmal über das nachzudenken, was uns als evangelische Fachakademie eigentlich prägt und ausmacht.
Die Thesen tauchen vereinzelt auf den Seiten der Homepage auf.
Übernehmen wir Verantwortung für Bildung und Mündigkeit?
Wir gestalten Kirche, Diakonie und Gesellschaft.
Wir wirken innovativ am Berufbild von Erzieherinnen und Erziehern mit.
Wir suchen miteinander einen fairen, respektvollen, wertschätzenden und lösungsorientierten Dialog. Gesprächsregeln halten wir ein, kommunizieren sachlich, nehmen andere ernst und nehmen uns Zeit um zu einer Lösung zu kommen. Wir achten darauf, dass die Kommunikationswege in der Organisation eindeutig sind.
Wir achten die Würde und die Freiheit des und der Einzelnen und ermutigen ihn und sie zu gesellschaftlicher Verantwortung.
Partizipation ist unverzichtbares Strukturmerkmal unserer Fachakademie.
Durch die Ausbildung an unserer Fachakademie werden wir zu Vertretern der Rechte für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene.
Wir verstehen unsere Zusammenarbeit mit der Praxis als gelebte Bildungspartnerschaft und als gegenseitige Inspirationsquelle.
Wir gestalten Zukunft in protestantischer Überzeugung.
Unsere Fachakademie versteht sich als lernende Organisation. Wir sind offen für Veränderung. Diesen Weg gehen wir – Studierende, Dozent/innen und Fachakademieleitung – gemeinsam.
Verhaltenskodex der ELKB
Die Arbeit in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern lebt durch Beziehungen von Menschen miteinander und mit Gott. Unsere Arbeit mit allen Menschen, insbesondere mit Kindern, Jugendlichen und Schutzbefohlenen ist getragen von Respekt, Wertschätzung und Vertrauen.
Diese Haltung findet Ausdruck im folgendem Verhaltenskodex:
- Ich trage dazu bei, ein sicheres, förderliches und ermutigendes Umfeld für mir anvertraute Menschen, insbesondere Kinder und Jugendliche, zu schaffen und/oder zu erhalten. Diese Haltung pflege ich auch im Umgang mit Kolleg:innen, mir zugeordneten Mitarbeitenden und Vorgesetzten.
- Ich trage dazu bei, alles zu tun, damit durch meine Tätigkeit keine sexualisierte Gewalt, Vernachlässigung und andere Formen der Gewalt möglich werden.
- Ich bemühe mich, die individuellen Grenzempfindungen der Menschen um mich herum wahrzunehmen und zu respektieren.
- Ich bin mir meiner besonderen Verantwortung als Mitarbeiter:in bewusst, gestalte einen verantwortungsvollen Umgang in Bezug auf Nähe und Distanz und missbrauche meine Rolle nicht.
- Ich beachte das Abstands- und Abstinenzgebot und nutze meine Funktion nicht für sexuelle Kontakte zu mir anvertrauten Menschen.
- Meine Kommunikation ist respektvoll und wertschätzend, sowohl im direkten Gespräch als auch in der Kommunikation im digitalen Raum.
- Ich will jedes unangemessene Verhalten anderen gegenüber vermeiden und bin ansprechbar, wenn anderen an meinem Verhalten etwas Unangemessenes auffällt.
- Wenn ich eine Grenzüberschreitung bei meiner Tätigkeit bemerke oder von ihr erfahre, schaue ich nicht weg, sondern wende ich mich an die Ansprechpersonen oder an Fachberatungsstellen und lasse mich beraten.
- Ich werde entsprechend dem Interventionsplan meines Trägers vorgehen, wenn ich sexuelle Übergriffe oder strafrechtlich relevante sexualisierte Gewalt wahrnehme.